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Psychologie/Psychatrie/Pathologie

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Alt 27.11.2009, 17:40   Forensische Psychiatrie Beitrag #1
Großer Drache
Para-Lama
 
Benutzerbild von Großer Drache
 
Registriert seit: 28.10.2009
Beiträge: 261
Standard Forensische Psychiatrie

Die forensiche Psychiatrie ist Teil der Rechtsmedizin und befasst sich neben der Motivation und Vorgehensweise, auch mit der Schuldfähigkeit, des Täters.
Letztendlich werden aber die judikative Instanzen also Gerichte über Strafmaß und Art der Unterbringung entscheiden.
Die Gutachter der psychiatrischen Grenzwissenschaft im forensichen Bereich geben lediglich Empfehlungen über mutmaßlich psychisch erkrankte Täter ab, beispielsweise über deren Unterbringung.
Ihre Aufgabe ist es unter rein wissenschaftlichen Aspekten und Berücksichtigung der psychischen Verfassung des Täters zur Tatzeit, zu Begutachten inwiefern der Täter fähig ist/war den Umfang seiner Tat zu Erkennen, ob Schuldbewusstsein vorliegt, ob der Täter therapierbar ist.
Bezüglich Therapie und Unterbringung werden dann Empfehlungen abgegeben ob und wie der Straftäter behandelt wird.
Letztendlich entscheiden diese psychiatrisch, forensichen Gutachten darüber ob ein Straftäter im Maßregelvollzug therapiert wird oder wie er als untherapierbar untergebracht wird.
Forensische Psychiater(innen) werden auch von der Exekutive wie Staatsanwaltschaft und Polizei herangezogen um Täterprofile über unbekannte oder flüchtige Täter zu erstellen.
Sogenannte Profiler (Profilfahnder) nutzen diese Erkenntnisse unter Berücksichtung ihrer kriminalistischen Erfahrung um dem Täter präventiv zuvorzukommen, letztendlich ihn zu stellen bzw. zu überführen.

Die Medienidustrie beglückt uns mit triebgesteuerten Schlächtern wie Hannibal Lector, Jack the Ripper und Co.
Die mitunter dämonische Ausstrahlung dieser Serientäter fasziniert uns und stößt uns gleichzeitig ab.
Oft standen diesen medialen Bösewichten reale Täter Vorbild!
Jack the Ripper, dessen Identität bis heute nicht endgültig geklärt wurde, filmische Klassiker wie „Psycho“ zu dessen Vorbild der amerikanische Serienmörder Edward Gein Pate stand.
Namen wie Charles Manson, Ted Bundy, Jack Unterweger, Peter Kürten alias der Vampir von Düsseldorf, Jürgen Bartsch, Fritz Haarman oder der Zodiac-Killer der ein grausames Versteckspiel mit der amerik. Polizei trieb und bis heute nicht gefasst wurden, sowie die Namen vieler anderer, erlangten grauenvolle Berühmtheit.
Die ungarische Adelige Elisabeth Bathory, soll für den Tod von hunderter junger Frauen verantwortlich gewesen sein, in deren Blut sie badete, um ewige Jugend zu erlangen.
Forensische Psychiater, Ermittler und Profilfahnder begeben sich an Tatorte des Grauens an denen unvorstellbares geschah oder Vernehmen die Mörder, wenden sich oft angewidert ab.
Die Killer leben oft in einer bizarren Welt wo soziale Normen und Werte wie beispielsweise Mitgefühl und Menschlichkeit nicht mehr als moralische Floskeln darstellen.
So etwas wie Mitleid haben die Killer meist nur mit sich selbst oft sehen sie sich selbst als Opfer.
Oft ist es eine Reise in eine unvorstellbare Psychohölle aus Wahnsinn, Gewalt, Sadismus, Brutalität, Perversionen angefangen von sexuellen Abartigkeiten, Pädophilie, Kanibalismus und anderem.
Hinter der Maske des freundlichen, hilfsbereiten Nachbarn von nebenan, kann sich eine triebgesteuerte Killermaschine verbergen.
Diese Mörder sehen sich auch oft als auserwählt oder berufen diese Taten zu vollbringen, eine Wahrnehmung die mit üblichen Maßstäben weder erklärbar noch entschuldbar ist.

Da hinter jedem dieser Bestien ein Mensch steckt drängt sich die wahnwitzige Frage auf ob in jedem von uns diese Bestie schlummert?
Großer Drache ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2009, 20:16   Forensische Psychiatrie Beitrag #2
Jaelle
Para-Practicus
 
Benutzerbild von Jaelle
 
Registriert seit: 15.12.2007
Beiträge: 501
Pfeil Forensische Psychiatrie

Zitat:
Zitat von Großer Drache
Da hinter jedem dieser Bestien ein Mensch steckt drängt sich die wahnwitzige Frage auf ob in jedem von uns diese Bestie schlummert?
Ja. Jeder traegt dies unterschwellig in und mit sich, wie weit er/sie es zulaesst und/oder auslebt ist jedoch etwas anderes. Bei den meisten Menschen ist dieser Bereich nicht so extrem ausgepraegt, bzw. wird vom Gewissen, Moralempfinden, etc. "in Schach" gehalten - und das ist auch gut so. Dafuer gibts bei denen dann andere Bereiche, welche "herauskommen". Mal gut, mal weniger gut. "Normalerweise" hat jeder Mensch die Moeglichkeit, ja oder nein zu sagen zu dem, was in ihm steckt. Was will ich [zulassen] und was nicht. Manche Menschen haben diese Uebersicht jedoch nicht mehr, bzw. sie bekommen von klein auf etwas anderes vorgelebt. Jetzt koennen sie als Erwachsenen dieses Prinzip nun weiterleben, oder eben auch nicht. Wobei der Wunsch dessen, was sie tun moechten und die Realitaet zu dem, was sie wirklich tun, oefter mal ein sehr grosser Unterschied ist - und das nicht nur bei Moerdern.

Wie kann das sein? Ich geb mal ein kleines Beispiel aus meiner naechsten Nachbarschaft: die Eltern eines Kindes pruegeln sich mit ihren Eltern, das [Enkel]Kind ist mit seinen Geschwistern dabei eingesperrt im Schlafzimmer. Dieses Kind war bis zu dem Zeitpunkt sehr sensibel, hat viel gesungen und hoerte gerne Floetenklaenge. Nach diesem Ereignis bekam es zum einen Asthma-anfaelle, sobald irgendwo ein Streit ausbrach, kam an eine Schule mit hohem Gewaltpotential und pruegelt sich heute oft mit anderen Kindern [und bekommt regelmaessig Asthma-anfaelle dabei]. Ist verbittert und krank, lebt aber das weiter, was ihm von den "Erwachsenen" vorgelebt wird, schreit staendig "Halts Maul" und kaempft sich im wahrsten Sinne des Wortes durchs Leben.

Dr Junge ist nun gerade mal 6 Jahre alt, und ich hab keine Ahnung, wohin das noch fuehrt, bzw, ich hab eine Vorstellung, wohin das zwangslaeufig fuehrt und wuensche ihm sehr, dass dem nicht so sein wird. Und er ist kein Einzelfall - leider. Geboren wurde er so jedenfalls nicht.

NachtGedanke, Jaelle
Jaelle ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2009, 20:52   Forensische Psychiatrie Beitrag #3
Großer Drache
Para-Lama
 
Benutzerbild von Großer Drache
 
Registriert seit: 28.10.2009
Beiträge: 261
Standard AW: Forensische Psychiatrie

@Jaelle: Da hast du mit Sicherheit eine wichtige Ursache angesprochen.
Die wenigsten Täter dürften organisch pathologische Ursache für ihre Taten haben.
Solche Täter werden oft konditioniert, in ihrer Entwicklung wurden sie oft selbst Opfer von Gewalt Missbrauch und Demütigungen oder diesbezüglichen traumatischen Ereignissen.

Ich hoffe auch dass dem Jungen aus deinem Beispiel bald Hilfe wiederfährt.
Großer Drache ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.12.2009, 08:15   Forensische Psychiatrie Beitrag #4
Gast1054
 
Registriert seit: 25.03.2006
Beiträge: 0
Standard AW: Forensische Psychiatrie

Interessantes Thema Drache.

Ich denke auch, dass in jedem Menschen eine Bestie lauert. Es kommt halt immer noch auf andere Faktoren an, die da eine große Rolle spielen.
Sicher kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass es auch Menschen gibt, die von ihrem Grundcharakter nicht grad die nettesten sind, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich von heute auf morgen sagt :*So, jetzt werde ich Serienkiller*.
Da muss dann schon etwas mehr passiert sein.

Wie du schon erwähnt hast, zieht sich das schon durch die letzten Jhd. (von der Frau, die in Blut von ermordeten jungen Frauen badete, hab ich auch mal was gehört...)

Ich denke auch, dass es in der Natur sehr vieler Menschen liegt, dass wenn sie Macht (in welcher Form auch immer) bekommen, sie dass bis zum Äußersten treiben könnten.

In diesem Sinne..

Dc
Gast1054 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.12.2009, 09:32   Forensische Psychiatrie Beitrag #5
Wolfsauge
Para-Lama
 
Benutzerbild von Wolfsauge
 
Registriert seit: 25.04.2008
Ort: im Sternental
Beiträge: 294
Standard AW: Forensische Psychiatrie

Zitat:
Zitat von Dark_Child Beitrag anzeigen
dass es auch Menschen gibt, die von ihrem Grundcharakter nicht grad die nettesten sind, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich von heute auf morgen sagt :*So, jetzt werde ich Serienkiller*.
Also es ist ja bewiesen, dass viele Serienkiller, Vergewaltiger what ever 2 y Chromosomen haben also im Bild XYY in den Geschlechtschromosomen haben, sie sind in der Regel 10 cm größer als ihre Geschwister, die Intelligenz ist leicht vermindert und sie werden als "wilder" beschrieben, außerdem isolieren sich oft.Eventuel auch Impulskontrollstörungen ... Und um mein Gynprofessor mal zu zitieren: Das Böse liegt auf dem y Generell liegen auf dem y chromosom weniger Gene als auf dem X, weil es auch kleiner ist, das ist einer der Gründe, warum diese Männer phänotypisch unauffällig sind. Na ja und wenn halt Gene +Umwelteinflüsse zusammenkommen, dann landen diese Männer wohl überdurchschnittlich im Gefängnis. Es gibt natürlich auch Männer, mit XYY, die vollkommen unauffällig sind.

Zitat:
Zitat von Dark_Child Beitrag anzeigen
Ich denke auch, dass es in der Natur sehr vieler Menschen liegt, dass wenn sie Macht (in welcher Form auch immer) bekommen, sie dass bis zum Äußersten treiben könnten.
Ja dazu gibt es ja verschiedenste Experimente, in denen mal Menschen einen Knopf gab, auf den sie unter bestimmten Umständen drücken sollte, um anderen Menschen Schmerzen zuzufügen, die natürlich nur simuliert waren, ja und die wenigsten haben sich geweigert. Schon ganz schön heftig, und beängstigend, wie ich finde.
Jeder hat ja bewiesener Maßen unter externen und internen Kausalitäten, mal Tage bzw Phasen, an /in denen er aggressiver, genervter ist, und wnen dann noch eine Kausalitätskette seinen Lauf nimmt...na ja ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass dann jeder die "Bestie" rauslässt. Wobei ich auch der Meinung bin, dass jeder zwar seine Triebe (evolutionär bedingt z.B Mütter entwickeln fast schon übermenschliche Kräfte, wenn es um ihre Kinder geht) hat, jedoch diese Triebe durch ein reines Herz gezügelt werden kann. Also egeal, wie man ausrastet, so ists doch limitiert durch na ja einige nennen es "Wert und Moralvorstellungen", andere nennen es "reines Herz".

lg WA
Wolfsauge ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.12.2009, 21:19   Forensische Psychiatrie Beitrag #6
Anevay
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Benutzerbild von Anevay
 
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Beiträge: 68
Standard AW: Forensische Psychiatrie

Ich möchte auf die Arbeiten von Robert D. Hare verweisen, nicht unbedingt die deutschen Ausgaben, die doch etwas reißerisch klingen, aber wenn du an Studien interessiert bist und dich Englisch nicht stört, da gibt es mehr Veröffentlichungen.

Arno Gruen erklärt in seinen Werken, wie es dazu kommen kann, dass ein Mensch so voller Haß (gegen sich selbst) ist, der dann (nach Außen gerichtet) zu bestialischen Taten führen kann.

Auf deine Frage: Ja, ich meine es genügt ein Unfall und die entsprechende Schädigung des Gehirns bzw. eine entsprechend ausgeführte Folter/Gehirnwäsche oder entsprechend einschneidende Erlebnisse im eigenen Leben und ich behaupte, dass nahezu jeder Mensch zu einer Bestie werden kann.
Anevay ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.01.2010, 13:08   Forensische Psychiatrie Beitrag #7
Großer Drache
Para-Lama
 
Benutzerbild von Großer Drache
 
Registriert seit: 28.10.2009
Beiträge: 261
Standard AW: Forensische Psychiatrie

Ich nehme an dass viele Täter auf der Besessensheitsschiene fahren um von irgendwelchen Gutachtern Unzurechnungsfähihkeit attestiert zu bekommen.
Jemand der sich beispielsweise an Kindern vergriffen hat wird wissen was seine neue Knastgenossen von ihm halten und wie sie ihn behandeln werden und wird es vorziehen seine Haftstrafe in einer geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie unter seinesgleichen zu verbringen.
Fanatismus und Extremismus, gleich ob religiöse, politische Gründe oder anderes sehe ich persönlich auch als eine Art Besessenheit.

In Bürgerkriegsgebieten, beispielsweise dem ehemaligen Jugoslawien, wurden auch "ganz normale" Otto-Normalverbraucher zu Schlächtern an ihren Nachbarn, ehemaligen Freunden und Verwandten ohne dass sie zuvor problematische Kindheiten, Erbgut geschädigt waren oder selbst Opfer wurden.

Richtig ist dass viele der Serienmörder aus problematischen Elternhäusern kamen und dort selbst Opfer psychischer und physischer Misshandlungen wurden.
Auch sind gewisse Verhaltensauffälligkeiten im Kindes und Jugendalter, wie von @Herzeleid benannt Alarmsignale.
Meistens wachsen diese Täter aber in einem Umfeld auf in denen diese Auffälligkeiten niemanden interessiert also eh kein Interesse an diesen Personen besteht.

Eine "höhere Macht" die diese Täter steuert in Form von Besessenheit oder Inkarnation wird wenn überhaupt in den aller seltensten Fällen der Fall sein.
Großer Drache ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2010, 23:04   Forensische Psychiatrie Beitrag #8
Herzeleid
Para-Novize
 
Benutzerbild von Herzeleid
 
Registriert seit: 13.08.2009
Ort: Wien
Beiträge: 71
Standard AW: Forensische Psychiatrie

Das Thema "Machtmißbrauch" könnte man in diesem Thread auch schön einflechten.

Möchte jemand den Anfang machen?
Herzeleid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.01.2010, 23:59   Forensische Psychiatrie Beitrag #9
Quintus
Para-Padawan
 
Benutzerbild von Quintus
 
Registriert seit: 06.01.2010
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 46
Standard AW: Forensische Psychiatrie

Wie zum Beispiel bei der Gräfin die in dem Blut von Jungfrauen badete, haben viele Taten sicher auch einen starken religiösen oder (in dem Fall) okkulten Glauben, bis hin zum Fanatismus als Hintergrund.
Quintus ist offline   Mit Zitat antworten
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