Da muss ich Lapidem beipflichten. Das Modell der Verbrennung findet auch bei mir großen Zuspruch.
Vor 10 Jahren durfte ich bei einer Verbrennung auf Bali dabei sein. Das ganze Dorf versammelte sich im Hof des Verstorbenen, der in einem der offenen Häuser in Laken gewickelt, und für Jedermann zu sehen war. Die Totenfeier war alles andere als traurig, man lachte zusammen, bekam Tee und Gebäck von den Verwandten. Danach wurde der Leichnam auf einer prunkvoll verzierten Bahre zu einem offenen Platz getragen. Das ganze Dorf maschierte hinterher um ihm die letzte Ehre zu erweisen.
Für uns Europäer ist es eher schockierend, was dann geschah. Mit großen Bunsenbrennern wurde der Leichnam in Brand gesetzt und man wartete bis alle sterblichen Überreste von ihm verbrannt waren.
Das Treiben ähnelte eher einem Volksfest, die Kinder bekamen Süssigkeiten und die Frauen tuschelten zusammen.
Noch heute kann ich mich an jedes Detail erinnern. Es war für mich eine andere, schönere Erfahrung, von einem Toten Abschied zu nehmen.
Übrigens: Die Asche wird danach in einem Schrein aufbewahrt, der im Innenhof der Häuser platziert wird.
So können die Balinesen jederzeit mit ihren Toten sprechen und brauchen keine lästige Grabpflege auf sich nehmen.
Schade, dass hauptsächlich in Europa nur kommerziell gedacht wird und nicht einmal der Tod umsonst ist. Was kümmert uns, was aus unseren Überresten wird? Unsere Seele ist das Wichtigste, nicht unsere Hülle.
Und trotzdem geben heutzutage so viele eitle Menschen tausende von Euro aus, um sich besser zu gefallen. Da läuft was schief !!!
Ich habe mir zu Hause einen kleinen Schrein gebastelt, der mich an meinen verstorbenen Vater erinnert. Er lebt mit uns zusammen, das spüre ich. An seinem Grab empfinde ich jedoch gar nichts.
Die Friedhöfe wird es immer geben und die Bestatter müssen sich wohl keine großen Gedanken machen, ob ihre Zunft jemals in die "roten Zahlen" kommt. Gestorben wird immer ...... und kassiert natürlich auch !!!
LG Sybille