Die katolische Philosophie!
Die Periode mit der wir uns beschäftigen unterscheidet sich nicht nur durch viele verschiedene Philosophien, sondern auch durch viele andere Beziehungen, vor allem aber durch die Macht der Kirche.
Die Kirche stellte zwischen den philosophischen Anschauungen und den sozialen und politischen Umständen eine engere Beziehung her, als es sie je zuvor oder nach dem Mittelalter gegeben hätte,wobei wir das Mittelalter von etwa 400 n. Chr.bis etwa 1400 nach Chr. rechnen dürfen.
Die Kirche ist eine soziale Institution und als solche auf einem teils philosophischen, teils biblischen Glauben aufgebaut.
Mit Hilfe dieses Glaubens gelangte sie zu Macht und Reichtum.
Die weltlichen Herrscher,die meist in Konflikt mit ihr gerieten, wurden besiegt, weil die Bevölkerung und die weltlichen Herren von ihrem Glauben durchdrungen war.
Das dunkle Zeitalter, in dem fast keine regsame Geistigkeit in Westeuropa stattfand, teilt die katholische Philosophie in zwei Perioden.
Von der Bekehrung Konstantins bis zum Tode des Boethius wurde das Denken der christlichen Philosophen noch vom römischen Reich beherscht, entweder tatsächlich oder weil es als jüngste Vergangenheit noch fortwirkte.
Die erste Epoche der katholischen Philosophie beherschen der heilige Augustin und der Heide Plato.
Die zweite erreichte durch Thomas von Aquino ihren Höhepunkt: für ihn und seine Nachfolger stellt Aristoteles Plato weit in den Schatten.
Die Philosophie hatte den Glauben zu verteidigen und zog die Vernunft heran, um diejenigen zu überzeugen die die Offenbahrungen nicht gelten lassen wollten.
In all diesen Jahrhunderten war das Leben unsicher und reich an Härten, aber wenn das nicht schon schlimm genug war, so wurde es durch finsteren Aberglauben noch mehr erschwert.
Man glaubte allgemein, daß der größte Teil der Menschen, selbst der Christen in die Hölle käme.
Immerwährend fühlten sich die Menschen von bösen Geistern umgeben und den Machenschaften von Zauberern und Hexen ausgeliefert.
Lebensfreude war nicht mehr möglich, höchstens für solche die sich ein kindliches Gemüt bewahrt hatten.
Oder wirklich diese pessimistischen Machtspiele durchschauten.
Wacht auf denkt daran was für schreckliche Folgen Aberglauben und Angst haben! Sie sind nicht Gottgewollt sondern sein Gegenpol.
Gott ist Liebe, Güte, Freude, Schönheit, Mut und eben alle guten Tugenden.
Und alles was Lebensfeindlich ist wie intoleranz, bosheit, feigheit,sinnlosigkeit ist nicht Gott!!!
Quellenangabe:
Philosophie des Abendlandes
von
Bertrand Russel
mit meinen Kommentaren versehen grins